Was ist eigentlich Kinderspiel?


Diese Frage können nur die Kinder selbst beantworten. Im wissenschaftlichen Diskurs besteht überhaupt keine Einigkeit über die Merkmale von Kinderspiel. Als etwaiger Konsens lässt sich nur festhalten, dass Spiel anscheinend anders ist, als andere Tätigkeiten, die Tätigkeit an sich zumindest keine längerfristigen Folgen beabsichtigt und sie in irgendeiner Weise positiv erlebt wird.

In der Studie wurden auch Erwachsene befragt und ihr Verständnis von Kinderspiel erhoben. Für sie ist Spiel eine aktive, kreative Tätigkeit, die Spaß macht, bei der die Fantasie eine wichtige Rolle spielt, die Kinder die Zeit vergessen, sowie verschiedene Rollen einnehmen können und die ohne ein bestimmtes Ziel verfolgt wird.

Das kindliche Verständnis von Spiel ist jedoch ein anderes. Die Fantasie wird nicht als Teil des Spiels gesehen, sondern als Teil der gesamten kindlichen Lebenswelt. Daher ergeben sich auch andere Aspekte, die für Kinder Spiel ausmachen.


"Wenn ich so spielen kann, bin ich glücklich" (Julian, 6 Jahre)
"Wenn ich so spielen kann, bin ich glücklich" (Julian, 6 Jahre)
"Wenn ich so spielen kann, bin ich glücklich" (Leah, 6 Jahre)
"Wenn ich so spielen kann, bin ich glücklich" (Leah, 6 Jahre)

Kinderspiel ist eine aktive, soziale Tätigkeit, die Spaß macht und meistens mit Bewegung einhergeht oder durch die Benennung mit dem Wort "Spiel" klar kategorisiert ist.


Etwas das „Spiel“ heißt, ist für die Kinder logischerweise Spiel und Spiel muss immer Spaß machen. Etwas das keinen Spaß macht, kann niemals Spiel sein. Ebenso wichtig ist der soziale Aspekt. Man kann zwar auch alleine spielen, aber Spiel ist sozusagen eine Sache, die für Freunde gemacht ist“ (Trixie, 10 Jahre). Dabei können aber auch die Eltern, Geschwister oder ErzieherInnen als Spielpartner fungieren. Spielen ist immer aktiv. Kinder erkennen „Aktive Tätigkeiten“ am besten, wenn das Spiel mit Bewegung einhergeht. Zum Beispiel ist Musik hören zu passiv, um als Spiel eingeordnet zu werden. Wenn man jedoch dazu tanzt, kann das sehr wohl ein Spiel sein. Dabei muss die Bewegung nicht immer aus „rennen“ o.ä. bestehen, sondern kann auch nur die Hände umfassen. Mindestens seine Hände braucht man nämlich immer zum Spielen, finden die Kinder.



Grenzen des Spiels


Potentielle Spielaktivitäten werden durch das Erleben von „Ernst des Lebens“ begrenzt, der sich durch reelle Handlungsfolgen, dem Erleben von Pflicht oder unveränderbaren, nicht internalisierten Regeln zeigt.

Das heißt, wenn eine Handlung eine „endgültige“ Folge hat, ist sie kein Spiel. Zum Beispiel ist „Basteln“ kein Spiel, weil das Gebastelte irgendwann fertig und unveränderbar ist. Ähnlich ist der Unterschied bei zum Beispiel dem tatsächlichen Kochen und dem „kochen Spielen“.


Die Inhalte auf der Website behandeln ausgewählte Aspekte der Publikation Gelder, M. (2016), Kinderspiel aus der Perspektive der Kinder - Eine explorative, methodologische Annäherung an die Lebenswelten von Kindern, Forum Bildung Bd. 4, Berlin u.a.: LIT Verlag.