"Wenn ich so spielen kann, bin ich glücklich" (Eva, 7 Jahre)
"Wenn ich so spielen kann, bin ich glücklich" (Eva, 7 Jahre)

Spiel als methodischer Zugang für Lernen und Erziehung

 

Das kindliche Verständnis von Spiel wird durch die Erziehung im Elternhaus und auch in der institutionellen Betreuung verändert und entsprechend „erzogen“. Die Kinder lernen so, was Spiel genannt wird und auch was kein Spiel mehr ist. Zum Beispiel wenn andere Kinder am gemeinsamen Spiel keinen Spaß mehr haben, oder etwas zerstört wird.


Wenn das, was Spiel heißt, auch Spiel ist, könnte man ja theoretisch alles was die Kinder machen sollen ein „Spiel“ nennen, und dann ist das Spiel. Zum Glück ist das nicht so einfach. Spiel hat außer dem Begriff „Spiel“ noch weitere Kriterien und nicht alles was Spiel genannt wird, ist auch Spiel.

Spiele mit einem pädagogischen Nutzen können von Eltern, ebenso wie im Kindergarten oder in der Schule gestaltet werden. Der pädagogische Nutzen kann dabei zum Beispiel bestimmte Lerninhalte, soziale Kompetenzen oder auch ein Konzentrationstraining umfassen. Diese Spiele können ebenso als „Spiel“ wahrgenommen werden, wie andere Brett- und Regelspiele. Natürlich ist es auch ebenso möglich, freiere Spielformen wie das Rollenspiel oder das Spiel mit Spielzeugen zu wählen. Für die gemeinsame Basis von Erwachsenen- und Kinderperspektive eignen sich in der Regel jedoch Regel- und Brettspiele mehr. Wichtig ist es, das Spiel aus der Perspektive der Kinder zu gestalten und wenn man sich über diese nicht sicher ist, auch mit den Kindern zusammen!

Spielregeln

 

1. Nennen sie Ihr Spiel selbstbewusst vor den Kindern auch „ein Spiel“. Wenn die Gestaltung stimmt, nehmen die Kinder das gerne an und werden viel Spaß beim Spielen haben.


2. Spiele brauchen unter anderem zum Beispiel Spielregeln, Mitspieler, Spaß, Spannung, Wettbewerb, Ziele, Bewegung und sollten nicht als Pflicht erlebt werden.


3. Übernehmen Sie die Kinderperspektive! Was macht den Kindern Spaß? Wie und wo spielen sie gerne? Was ist ihnen wichtig, wenn sie spielen?


4. Fragen Sie immer ihr eigenes inneres Kind: Habe ich selbst auch Spaß dabei? Die Kinder werden das merken.




Die Inhalte auf der Website behandeln ausgewählte Aspekte der Publikation Gelder, M. (2016), Kinderspiel aus der Perspektive der Kinder - Eine explorative, methodologische Annäherung an die Lebenswelten von Kindern, Forum Bildung Bd. 4, Berlin u.a.: LIT Verlag.