Kinderfreundschaften und Spiel

 

Die Kinderfreundschaften sind ein so essentieller Bestandteil von Kinderspiel, dass diese als Indikator für das Vorhandensein von Spiel zählen. Man kann zwar auch alleine oder mit der Familie spielen, aber insbesondere für die älteren Kinder haben die Freunde im Spiel einen unersetzlichen Stellenwert.

„Ohne Freunde könnte ich fast gar nicht leben!
Ich muss mit irgendeinem auch spielen!“
(Julian, 6 Jahre)

„Weil mit [Freunden] kann man ja auch Sachen erfinden die man gar nicht gespielt hat. Und man kann ja auch mit Dingen spielen, was man eigentlich will.“
(Eva, 7 Jahre)


Spiel macht noch einmal mehr Spaß und auch glücklicher wenn man es mit Freunden zusammen spielen kann. Das Fehlen von Spielkameraden hält die Kinder auch in vielen Fällen vom Spielen ab. Wenn ihre Freunde keine Zeit haben, ist ihnen langweilig, oder sie gehen anderen Tätigkeiten nach, für die man nach Möglichkeit keine Spielpartner braucht, wie malen, lesen oder fernsehschauen.


Kinderfreundschaften können zum Teil auch materielle Defizite im Spiel kompensieren. So ist es den Kindern im Grunde egal, ob und welche Spielsachen sie zur Verfügung haben, wenn sie mit ihren Freunden zusammen spielen. Sie arrangieren sich mit dem, was da ist und ihnen fällt dazu dann schon ein Spiel ein. Auch die Spielorte sind erst einmal nebensächlich. Was und wo die Kinder spielen, ist ihnen egal, solange ihre Freunde da sind.


Die Inhalte auf der Website behandeln ausgewählte Aspekte der Publikation Gelder, M. (2016), Kinderspiel aus der Perspektive der Kinder - Eine explorative, methodologische Annäherung an die Lebenswelten von Kindern, Forum Bildung Bd. 4, Berlin u.a.: LIT Verlag.